Einfach mal machen! Innovativ ohne Risiko

Im Alltag kommen uns häufig Ideen und gelegentlich erwische ich mich und Kollegen dabei wie sie sagen „Man müsste mal dieses bauen, das würde uns jenes erleichtern!“. Doch häufig bleibt es bei dieser Aussage, da entweder die Zeit fehlt die Idee umzusetzen, es „von vornherein professionell“ als Projekt aufgesetzt werden müsste oder weil das Tagesgeschäft sich in den Vordergrund drängt.

Viel zu oft schieben wir Dinge vor uns her. Daher einfach mal machen!

Ich möchte dazu aufrufen „Einfach mal zu machen“. Es war niemals so einfach wie heute in kurzer Zeit und mit geringem Aufwand zu niedrigen Kosten professionelle Systeme zu entwickeln.

Bei einer Projektidee vergang früher von der Konzeption bis zur eigentlichen Umsetzung der Idee viel Zeit. Rahmenbedingungen mussten geschaffen, Hardware bereitgestellt und ein Grundgerüst entwickelt werden. Nicht selten blieb ein Proof-of-Concept z. B. für einen Algorithmus auf Konsolenebene. Doch das muss heutzutage nicht mehr sein.

Ich persönlich habe das Gefühl, dass sich hier in den letzten Jahren einiges getan hat. Es ist schneller möglich am eigentlichen Kern der Idee zu arbeiten. Mein erster Berührungspunkt mit dem schnellen Prototyping war das Bootstrap Framework von Twitter für CSS. Hiermit ist es möglich mit der Einbindung des Stylesheets durch eine Zeile Code und der Berücksichtigung eines bestimmten Patterns simple HTML Seiten in professionell anmutende Oberflächen zu verwandeln.

In der Java Welt ist vermutlich vielen Spring Boot ein Begriff. Diese Weiterentwicklung des komplexen Industriestandards Spring ermöglicht es in kurzer Zeit eine professionelle Java Applikation zu entwickeln. Spring Boot kann mit vielen Bibliotheken erweitert werden, sodass durch wenige Zeilen Code eine Datenbankanbindung oder eine Message Queue verwendet werden kann. Auch Open Source Bibliotheken des Streamingportals Netflix können genutzt werden, um moderne Cloud Native Anwendungen zu gestalten und die Resilienz von Microservices zu verbessern.

Für die schnelle App- oder Webentwicklung bietet React Native bzw. React JS einen guten Startpunkt. Mit einem simplen Initialisierungsbefehl wird alles nötige für ein solides Grundgerüst generiert. Die Anwendung kann ohne eine weitere Änderung gestartet werden und es erscheint eine mobile Anwendung im Emulator bzw. eine Webanwendung im Browser, sodass direkt mit der Umsetzung der eigenen Idee gestartet werden kann.

Auf die Möglichkeiten der Amazon Cloud habe ich schon häufig auf diesem Blog hingewiesen. Innerhalb von Sekunden kann eine Instanz gestartet oder ein Docker-Cluster mit ECS initialisiert werden. Durch Lambda muss nicht einmal mehr eine Laufzeitumgebung eingerichtet werden. Bei Bedarf kann eine Laufzeitumgebung fürJava, Go, Python und andere Programmiersprachen über ein Drop-Down Menü ausgewählt werden. Durch simple einzeilige Befehle können Services miteinander verbunden werden und zu komplexen Anwendungen mit großem Mehrwert ausgestaltet werden. Das alles findet zum größten Teil im kostenfreien Kontingent bzw. zu sehr geringen Kosten statt.

Fazit

Es ist also möglich in wenigen Stunden eine Idee von der Infrastruktur bis zum Frontend umzusetzen und zu prüfen, ob die „man müsste mal“ Idee wirklich zu den gewünschten Resultaten führt. Anschließend kann man hierfür immer noch ein komplexes Projekt aufsetzen und die Idee „professionell“ umsetzen.

Ich hoffe ich konnte den ein oder anderen dazu ermutigen eine Idee umzusetzen. Frei nach Nike’s Motto: Just do it!